Mittwoch, 20. August 2014

Falsche Fans



Michael Jackson träumte von einer Welt, in der Frieden und Liebe regieren. Viele seiner Fans postulieren denselben Traum. Auf sozialen Plattformen veröffentlichen sie Gedichte, Zitate und Bilder, die friedliche und herzerwärmende Botschaften verkünden. Michael Jackson Fans, so scheint es, sind Gutmenschen. Ihnen kann man vertrauen, denn sie wissen auch, wie hart ihr Idol wegen seiner Gutgläubigkeit auf dem Boden der Realität aufschlug. Leider ist es naiv, diese Menschen generell als besonders moralische Wesen hochzustilisieren. Dies bestätigt nicht nur ein Erfahrungsbericht im Buch „It’s All About L.O.VE“, in dem Fans einander rücksichtslos behandelten, sobald sich ihr Idol bei einem öffentlichen Auftritt in greifbarer Nähe aufhielt. 

Vor einiger Zeit trieb ein Fan und Herausgeber eines Michael Jackson Magazins in der Fangemeinschaft sein Unwesen und tut es vielleicht immer noch. An Vereinbarungen mit Fans und zugleich Urhebern von Jackson-Produkten, mit denen er angeblich ins Geschäft kommen wollte, hielt sich der Mann nicht. Er nutzte deren Gutgläubigkeit und Solidaritätsglaube schamlos aus. So schreckte dieser Fan auch nicht davor zurück, heimlich Produkte im Internet feilzubieten, ohne dem Urheber den versprochenen Beitrag zu bezahlen. „Michael würde sich ein anderes Verhalten von seinen Fans wünschen, aber dieser Kerl ist kein Fan!“, lautet der empörte Kommentar einer Geprellten, die auf die Ausflüchte des Betrügers anfangs sehr nachsichtig reagierte.

Mit seinem Handeln hat diese Person nicht nur die friedliebenden Grundsätze ihres Idols, sondern auch sämtliche Moralvorstellungen über Bord geworfen. Selbst die Vermutungen, dass der gutgläubige Michael Jackson Menschen in geschäftlichen Belangen oft auf den Leim kroch, hielt den Fan nicht davon ab, andere zu betrügen. Deshalb gilt in der Michael Jackson Gemeinschaft dasselbe wie in der Welt ausserhalb: Wer es gut meint, zieht am Ende immer den Kürzeren. Nur können sich die betrügerischen Fans in der Jackson-Welt „reinwaschen“ indem sie ihre Internetprofile mit ach so schönen Botschaften der Nächstenliebe zupflastern.