Michael Jackson
träumte von einer Welt, in der Frieden und Liebe regieren. Viele seiner Fans
postulieren denselben Traum. Auf sozialen Plattformen
veröffentlichen sie Gedichte, Zitate und Bilder, die friedliche und herzerwärmende Botschaften
verkünden. Michael Jackson Fans, so scheint es, sind Gutmenschen. Ihnen kann man vertrauen,
denn sie wissen auch, wie hart ihr Idol wegen seiner Gutgläubigkeit auf dem
Boden der Realität aufschlug. Leider ist es naiv, diese Menschen generell als besonders
moralische Wesen hochzustilisieren. Dies bestätigt nicht nur ein
Erfahrungsbericht im Buch „It’s All About L.O.VE“, in dem Fans einander
rücksichtslos behandelten, sobald sich ihr Idol bei einem öffentlichen Auftritt
in greifbarer Nähe aufhielt.
Vor einiger Zeit trieb ein Fan und Herausgeber
eines Michael Jackson Magazins in der Fangemeinschaft
sein Unwesen und tut es vielleicht immer noch. An Vereinbarungen mit Fans und
zugleich Urhebern von Jackson-Produkten, mit denen er angeblich ins Geschäft kommen
wollte, hielt sich der Mann nicht. Er nutzte deren Gutgläubigkeit und
Solidaritätsglaube schamlos aus. So schreckte dieser Fan auch nicht
davor zurück, heimlich Produkte im Internet feilzubieten, ohne dem Urheber den
versprochenen Beitrag zu bezahlen. „Michael würde sich ein anderes Verhalten
von seinen Fans wünschen, aber dieser Kerl ist kein Fan!“, lautet der empörte
Kommentar einer Geprellten, die auf die Ausflüchte des Betrügers anfangs sehr
nachsichtig reagierte.
Mit seinem Handeln
hat diese Person nicht nur die friedliebenden Grundsätze ihres Idols, sondern auch sämtliche
Moralvorstellungen über Bord geworfen. Selbst die Vermutungen, dass der
gutgläubige Michael Jackson Menschen in geschäftlichen Belangen oft auf den Leim kroch,
hielt den Fan nicht davon ab, andere zu betrügen. Deshalb gilt in der Michael
Jackson Gemeinschaft dasselbe wie in der Welt ausserhalb: Wer es gut meint,
zieht am Ende immer den Kürzeren. Nur können sich die betrügerischen Fans in
der Jackson-Welt „reinwaschen“ – indem sie ihre Internetprofile mit ach so
schönen Botschaften der Nächstenliebe zupflastern.
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