Samstag, 9. März 2019

"Leaving Neverland" strotzt vor fragwürdigen Aussagen




Zwei Männer wühlen ein Grab auf und kippen
eimerweise Dreck hinein. Der Tote bleibt
unter dem Dreck.

Wade Robson und James Safechuck haben das letzte Wort an sich gerissen. Fast zehn Jahre nach Michael Jacksons Tod beschmutzen sie im Dokumentarfilm «Leaving Neverland» ihr früheres Idol als pädophiles Monster. Während vier Stunden breiten die beiden Männer aus, wie sie verzaubert von Michael Jackson angeblich etliche Male Opfer seines sexuellen Missbrauchs wurden. Der Dokumentarfilm erschreckt die Welt – zu Unrecht. «Leaving Neverland» strotzt vor fragwürdigen Aussagen der angeblichen Opfer:

Das liebenswürdige Sex-Monster

Der mittlerweile 36-jährige Wade Robson beschreibt Jackson als «einen der liebenswürdigsten und zärtlichsten Menschen», die er gekannt habe. Er habe ihm bei seiner Karriere und vielem mehr geholfen, sagt Robson. Im selben Atemzug fügt er hinzu: «Und er missbrauchte mich sieben Jahre lang sexuell.» Laut Robson nannte Jackson ihn «Sohn». Sich ihn als seinen Vater vorzustellen sei das Grossartigste der Welt gewesen, schwärmt Robson.

Der heute 41-jährige James Safechuck berichtet, wie sein Idol an ihm im Schlaf Oralsex ausgeübt habe. Zudem hätten sie «jeden Tag Sex gehabt». Als Orte des Missbrauchs zählt er alle erdenklichen Plätze auf Neverland auf: vom Schlafzimmer des hauseigenen Kinos, dem Bahnhof, über ein verstecktes Dachgeschoss bis zu den Tipis in der Indianersiedlung. Das klinge krank, so Safechuck. Aber sie seien halt wie ein frisch verliebtes Paar gewesen, lautet seine Begründung.

Die Schilderungen von Safechuck und Robson erwecken den Eindruck, als wären die angeblichen Missbräuche an ihnen spurlos vorbeigegangen. Wie kann ein unzählige Male sexuell missbrauchter Mensch aus angeblich gut behütetem Hause das Wesen seines Täters noch in den höchsten Tönen loben, ja ihn sogar als Vaterersatz wünschen? „Liebenswürdig“ und „zärtlich“ sind grosse Worte – es ist anzunehmen, dass ein Opfer spätestens nach dem ersten Vergehen seinen Sexualtäter nicht mehr mit solchen Attributen schmücken wird. Mit den Behauptungen, er sei täglich sexuell missbraucht worden, trägt Safechuck zudem so dick auf, dass seine Schilderungen geradezu lächerlich wirken.

Zu schrecklich, um normal zu sein

Als Robson sieben Jahre alt war, soll Jackson dessen Genitalien berührt haben. Jackson habe dasselbe von ihm gefordert. «Ich hatte nie Angst. Es schien einfach nicht so ungewöhnlich», beschreibt Robson die körperlichen Annäherungen seines Idols. Safechuck behauptete, von Jackson mit Schmuck für Sex gefügig gemacht worden zu sein. Auch habe er mit ihm sexuelle Dinge gemacht, die er verweigert habe. 

Die beiden Männer berichten, wie Jackson ihre Karriere förderte und ihre Kindheitsträume erfüllte. Er kaufte ihnen Einkaufswagen voller Spielwaren, sie schauten mit ihm im hauseigenen Kino Filme, machten Kissenschlachten, spielten mit Jackson Fangen und assen Popcorn. Im Vergleich zu den anderen kindlichen Aktivitäten stellen sexuelle Kontakte einen immensen Bruch dar. Es erscheint unverständlich, dass diese Art von körperlicher Nähe einem Kind nicht seltsam vorkommt und es die Missbräuche auch noch immer und immer wieder über sich ergehen lässt. Zudem waren die beiden Opfer trotz der Torturen offenbar putzmunter. Wade Robson etwa erwähnt, wie sein Idol ihm den Moonwalk beibrachte und sie Fangen spielten. Missbrauchte Kinder* leiden laut Fachportalen jedoch häufig unter chronischer Erschöpfung, Konzentrationsstörungen oder extremer Müdigkeit.

Nähe zum Täter statt Flucht

Robson verbrachte mit seiner Familie einige Tage auf Jacksons Neverland Valley Ranch. Als seine Eltern und seine Schwester zu einem Ausflug aufbrachen, weigerte er sich, sie zu begleiten. Stattdessen zog er es vor, noch weitere Tage allein bei seinem Idol zu verbringen. Später wird er «den physischen Kontakt vorausahnend» Jackson auf einem sechswöchigen Trip begleiten. Und nur zu gerne hätte Robson das Angebot angenommen, währen eines Jahres bei ihm zu leben, hätte seine Mutter es erlaubt.

Auch Safechuck suchte ständig Jacksons Nähe. «Es war das Grösste, wenn Michael anrief», erzählt er. Die beiden Männer erzählen immer wieder, wie sie sich über Jackson Anrufe gefreut und stundenlang mit ihm geplaudert hätten. Kaum verdauen konnten Robson und Safechuck es, als Jackson andere Jungen wie Macaulay Culkin oder Brett Barnes an seiner Seite hatte. Sie hätten sich von den anderen Jungen verdrängt gefühlt und seien eifersüchtig gewesen, so die angeblichen Opfer.

Dass Opfer sexuellen Missbrauchs derart die Nähe zu ihrem Täter suchen, scheint seltsam. Laut Experten meiden sexuell missbrauchte Kinder plötzlich bestimmte Orte und oder Personen. Auch wirken die Ofer verschlossen und lassen niemanden mehr an sich heran.

*Die Betrachtungen dieses Blogeintrags beabsichtigen in keinster Weise, Opfer sexuellen Missbrauchs infrage zu stellen.






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