Zwei Männer wühlen ein Grab auf und kippen
eimerweise Dreck
hinein. Der Tote bleibt
unter dem Dreck.
Wade Robson und James Safechuck haben das letzte Wort an
sich gerissen. Fast zehn Jahre nach Michael Jacksons Tod beschmutzen sie im
Dokumentarfilm «Leaving Neverland» ihr früheres Idol als pädophiles Monster.
Während vier Stunden breiten die beiden Männer aus, wie sie verzaubert von Michael
Jackson angeblich etliche Male Opfer seines sexuellen Missbrauchs wurden. Der
Dokumentarfilm erschreckt die Welt – zu Unrecht. «Leaving Neverland» strotzt
vor fragwürdigen Aussagen der angeblichen Opfer:
Das liebenswürdige Sex-Monster
Der mittlerweile 36-jährige Wade Robson beschreibt Jackson
als «einen der liebenswürdigsten und zärtlichsten Menschen», die er gekannt
habe. Er habe ihm bei seiner Karriere und vielem mehr geholfen, sagt Robson. Im
selben Atemzug fügt er hinzu: «Und er missbrauchte mich sieben Jahre lang
sexuell.» Laut Robson nannte Jackson ihn «Sohn». Sich ihn als seinen Vater
vorzustellen sei das Grossartigste der Welt gewesen, schwärmt Robson.
Der heute 41-jährige James Safechuck berichtet, wie sein
Idol an ihm im Schlaf Oralsex ausgeübt habe. Zudem hätten sie «jeden Tag Sex
gehabt». Als Orte des Missbrauchs zählt er alle erdenklichen Plätze auf
Neverland auf: vom Schlafzimmer des hauseigenen Kinos, dem Bahnhof, über ein
verstecktes Dachgeschoss bis zu den Tipis in der Indianersiedlung. Das klinge
krank, so Safechuck. Aber sie seien halt wie ein frisch verliebtes Paar gewesen,
lautet seine Begründung.
Die Schilderungen von Safechuck und Robson erwecken den
Eindruck, als wären die angeblichen Missbräuche an ihnen spurlos vorbeigegangen.
Wie kann ein unzählige Male sexuell missbrauchter Mensch aus angeblich gut
behütetem Hause das Wesen seines Täters noch in den höchsten Tönen loben, ja
ihn sogar als Vaterersatz wünschen? „Liebenswürdig“ und „zärtlich“ sind grosse
Worte – es ist anzunehmen, dass ein Opfer spätestens nach dem ersten Vergehen
seinen Sexualtäter nicht mehr mit solchen Attributen schmücken wird. Mit den Behauptungen,
er sei täglich sexuell missbraucht worden, trägt Safechuck zudem so dick auf,
dass seine Schilderungen geradezu lächerlich wirken.
Zu schrecklich, um
normal zu sein
Als Robson sieben Jahre alt war, soll Jackson dessen
Genitalien berührt haben. Jackson habe dasselbe von ihm gefordert. «Ich hatte
nie Angst. Es schien einfach nicht so ungewöhnlich», beschreibt Robson die
körperlichen Annäherungen seines Idols. Safechuck behauptete, von Jackson mit
Schmuck für Sex gefügig gemacht worden zu sein. Auch habe er mit ihm sexuelle
Dinge gemacht, die er verweigert habe.
Die beiden Männer berichten, wie Jackson ihre Karriere
förderte und ihre Kindheitsträume erfüllte. Er kaufte ihnen Einkaufswagen
voller Spielwaren, sie schauten mit ihm im hauseigenen Kino Filme, machten
Kissenschlachten, spielten mit Jackson Fangen und assen Popcorn. Im Vergleich
zu den anderen kindlichen Aktivitäten stellen sexuelle Kontakte einen immensen
Bruch dar. Es erscheint unverständlich, dass diese Art von körperlicher Nähe
einem Kind nicht seltsam vorkommt und es die Missbräuche auch noch immer und
immer wieder über sich ergehen lässt. Zudem waren die beiden Opfer trotz der Torturen
offenbar putzmunter. Wade Robson etwa erwähnt, wie sein Idol ihm den Moonwalk
beibrachte und sie Fangen spielten. Missbrauchte Kinder* leiden laut
Fachportalen jedoch häufig unter chronischer Erschöpfung,
Konzentrationsstörungen oder extremer Müdigkeit.
Nähe zum Täter statt
Flucht
Robson verbrachte mit seiner Familie einige Tage auf
Jacksons Neverland Valley Ranch. Als seine Eltern und seine Schwester zu einem
Ausflug aufbrachen, weigerte er sich, sie zu begleiten. Stattdessen zog er es
vor, noch weitere Tage allein bei seinem Idol zu verbringen. Später wird er
«den physischen Kontakt vorausahnend» Jackson auf einem sechswöchigen Trip
begleiten. Und nur zu gerne hätte Robson das Angebot angenommen, währen eines
Jahres bei ihm zu leben, hätte seine Mutter es erlaubt.
Auch Safechuck suchte ständig Jacksons Nähe. «Es war das
Grösste, wenn Michael anrief», erzählt er. Die beiden Männer erzählen immer
wieder, wie sie sich über Jackson Anrufe gefreut und stundenlang mit ihm geplaudert
hätten. Kaum verdauen konnten Robson und Safechuck es, als Jackson andere
Jungen wie Macaulay Culkin oder Brett Barnes an seiner Seite hatte. Sie hätten
sich von den anderen Jungen verdrängt gefühlt und seien eifersüchtig gewesen,
so die angeblichen Opfer.
Dass Opfer sexuellen Missbrauchs derart die Nähe zu ihrem
Täter suchen, scheint seltsam. Laut Experten meiden sexuell missbrauchte Kinder
plötzlich bestimmte Orte und oder Personen. Auch wirken die Ofer verschlossen
und lassen niemanden mehr an sich heran.
*Die Betrachtungen dieses
Blogeintrags beabsichtigen in keinster Weise, Opfer sexuellen Missbrauchs
infrage zu stellen.