In Vergessenheit wird Michael Jackson niemals geraten. Auch in ein paar Jahrzehnten werden die Menschen zu Michael Jacksons Musik singen und tanzen. Aber werden die Menschen in zwanzig, dreissig Jahren auch daran denken, welches Leid sich hinter dem Talent versteckte, an die psychischen Qualen, die der Popstar erleiden musste? Wenn nur noch Hommagen-Shows, bisher unveröffentlichte Songs, Videospiele und schöne Bildbände an den King of Pop erinnern und Bekannte und Zeitgenossen Michael Jacksons entzückt über ihre persönlichen Erlebnisse mit dem Künstler berichten, ist das schön – schön für unser Gewissen. Wie es dazu kam, dass ein menschliches Urbedürfnis – der Schlaf - Michael Jackson zum Verhängnis wurde, wird niemanden mehr interessieren. Michael Jackson sah in den Menschen, so naiv es auch klingt, immer nur das Gute. Der schüchterne Popstar hielt die Menschen für so gut, dass er auch niemals daran dachte, sich im Leben abseits der Bühne zu verstellen. Michael Jacksons Kinderliebe, das spezielle Aussehen, seine immer heller werdende Haut, das märchenhafte Neverland, seine Auffassung von Familie, seine Aussagen und Gedanken - all das war den meisten Menschen fremd und deshalb verdächtig. Die grosse Masse verstand Michael Jackson nicht oder missverstand ihn schlicht und einfach, was meiner Meinung nach zu seinem frühen Tod massgeblich beitrug.
Dieser Blog möchte nicht nur auf das Buch "Michael Jackson - unverstanden und missverstanden" aufmerksam machen. Hier soll jeder – ob Fan oder nicht – über gesellschaftliche Zweifel und Ungerechtigkeiten, betreffe es Michael Jackson oder gesellschaftliche Themen allgemein, diskutieren können. Denn, was Michael Jackson widerfuhr, beginnt schon im Kleinen, gleich um die Ecke: Schüler, die auf dem Pausenplatz gehänselt werden, Mobbing am Arbeitsplatz, ignorierte Ungerechtigkeiten, böse Kommentare, fehlendes Verständnis, zu wenig Feinfühligkeit überhaupt…
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